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Eine Lampe aus alten CDs

Über die Jah­re haben sich in mei­ner Woh­nung eine ansehn­li­che Zahl CDs ange­sam­melt, die nun mitt­ler­wei­le ver­al­te­te Daten tra­gen: Hand­bü­cher, Bei­la­gen, Wer­bung, Soft­ware. Da sie nur ein­mal beschrie­ben wer­den konn­ten, haben sie — eigent­lich — den glei­chen Sta­tus wie der Ein­kaufs­zet­tel von letz­ter Woche: Müll.

Müll ist aber nur eine Defi­ni­ti­ons­sa­che. Die Daten sind nicht mehr ver­wend­bar, aber die­se »Sil­ber­schei­ben«, bestehend aus Poly­car­bo­nat und Metall, haben Eigen­schaf­ten, die mei­ne Phan­ta­sie und Inspi­ra­ti­on anre­gen. Wie zum Bei­spiel die­se CD-Lampe aus 24 Silberlingen.

Die Grund­form ist der Dode­ka­eder, das ist der pla­to­ni­sche Grund­kör­per aus 12 regel­mä­ßi­gen Fünf­ecken. Jedes Fünf­eck ist an sei­nen Kan­ten mit einem wei­te­ren Fünf­eck ver­bun­den. Über­tra­gen auf die CDs bedeu­tet das: Ich brau­che 5 Löcher am Rand im Abstand von 360/5 = 72 Grad. Dafür ent­stand eine Bohr­scha­blo­ne aus einem die­ser durch­sich­ti­gen »CDs«, die in den Spin­deln oben­auf liegen.

 

Ergän­zung 24.11.2023:: die Anreiß­scha­blo­ne als PDF

Je 2 CDs Rücken an Rücken (bedruck­te Sei­te innen) wur­den mit der Bohr­scha­blo­ne ange­ris­sen und mit dem Löt­kol­ben gebohrt. Auf­grund der Hit­ze ver­ba­cken die­se 2 CDs an den Löchern mit­ein­an­der — wie beim Punkt­schwei­ßen. Im nächs­ten Schritt erfolgt der Zusam­men­bau, wobei Draht­stü­cke von innen durch die Löcher gescho­ben, außen mit­ein­an­der verz­wir­belt und der »Zwir­bel« dann mit der Zan­ge nach innen gebracht wer­den. Aus Grün­den der Sta­tik ent­stan­den so erst­mal 2 Halb­scha­len mit 6 die­ser Dop­pel­packs. Die Ver­bin­dungs­stel­len habe ich noch von innen mit Heiß­kle­ber ver­stärkt, durch das Draht kann der nicht weg­rut­schen und Heiß­kle­ber ist elas­tisch. Eine tol­le Erfindung.

Als Licht­quel­le ver­wen­de­te ich hier eine 10-LED-Lichterkette mit Bat­te­rie­pack aus dem Ein-Euro-Laden. Um sie zu befes­ti­gen, benutz­te ich noch so eine trans­pa­ren­te Deck-CD und ver­pass­te ihr nach Anrei­ßen der 10 Löcher eben­die­se mit dem Löt­kol­ben. Das geht bei 400 Grad wie But­ter, macht kei­nen Krach aber riecht halt mehr oder weni­ger stark nach Plas­tik. Am bes­ten auf dem Bal­kon, mit offe­nen Fens­ter und Ven­ti­la­tor oder Atem­mas­ke machen.

Nach­dem ich die LEDs ange­bracht habe, defi­nier­te ich eine der bei­den Hälf­ten als »oben« und bohr­te dort noch ein Loch für die Schnur und zog die­se durch und befes­tig­te sie mit einem Klit­sch Heiß­kle­ber. Danach erfolg­te der Zusam­men­bau der bei­den Hälf­ten. Dabei wird wie­der ein Draht von innen durch die Löcher in den CDs gescho­ben und außen verz­wir­belt. Schwie­rig­keit: Das erfolgt durch die Lücken zwi­schen den CDs, meis­tens ohne direk­te Sicht.

Alles in allem waren es rund 4 Stun­den Arbeit. Wie gefällt sie Euch?