Die Entstehungsgeschichte
Im April letzten Jahres war die Pandemie mit Lockdown und Home-Beschäftigungstherapie voll im Gange. Treffen nur mit Videomitteln, nur zuzweit draußen, die Freizeit verbrachte jeder für sich zu Hause. Wir kennen das ja alle. Muss ich nichts erzählen.
Ich in meinem Singlehaushalt nutze meine Freizeit für kreative Projekte. Da kam die Chance auf dem Petersberg, beim Aufbau des Kreativgartens für die Bundesgartenschau zu helfen. Das war so ziemlich die einzige Möglichkeit, etwas gemeinsam mit lieben Menschen zu gestalten. Und das an der frischen Luft mit Sägen, Bohren, Schrauben. Nagut. Es gab dort jedenfalls einen Platz, wo eine Diskokugel gut hingepasst hätte. Und da kam mir die Idee, eine zu bauen.
Um Material zu sparen, suchte ich nach Dingen, die ich integrieren konnte. Ich wurde bei ein paar leeren, sorgfältig gereinigten runden Konservendosen fündig. Die folgenden zwei Wochen setzte ich Thunfisch wieder auf dem Speiseplan, um 20 davon zusammen zu bekommen. Den Entwurf passte ich an deren Geometrie an. Wichtig hierbei: Bei Löchern etwa 0,4 mm beim Durchmesser zugeben — das kompensiert das Material was beim Drucken zur Seite quillt (Rillen der Schichten). Ich fügte weitere Löcher für eine wie auch immer geartete Stabilisierung und Befestigung.
Die Außenseite sprühte ich mit goldener Sprühfarbe an. In meiner Vorstellung schützte das Material (PLA) vor der Sonne. Zu dem Zeitpunkt ging ich noch davon ausgegangen, dass es bald fertig würde um es im Kreativgarten auf dem Petersberg aufzuhängen. Darauf kamen dann noch mehrere hundert kleine Klebespiegel.
Die Aufhängung machte mir Kopfzerbrechen, weil eine sich drehende Spiegelkugel über 2 kg eine zusätzliche Sicherungskette haben muss. Draußen aufgehangen ist sie zudem mindestens Wind ausgesetzt und so tüddelte ich die Teile provisorisch durch die Löcher zum Ikosaeder zusammen, stapelte die Dosen daneben.
Ein dreiviertel Jahr verging.
Im Januar 2022 begann ich, die Teile zu sinnvollen Einheiten zusammenfügen. Fünf oben, zehn als Ring in der Mitte und fünf unten. Es war ein Prozess, um zu erkunden, wie die Kräfte wirken, wenn ich es aufhänge. Recherchen, Baumarktbesuche, Testdrucke. Die Lösung war dann eine zentrale M10-Gewindestange aus Messing. Daran sollten die drei Gehäuseteile wie ein Sandwich zusammen geschraubt werden. Das standardisierte Material (Muttern etc.) dazu gabs im Baumarkt. Nach und nach entwarf ich weitere Verbindungsstücke, die ich mit dem 3D-Drucker herstellte.