Ab Ende Juli 2026 rief der Verein Jederkann e. V. dazu auf, im Rahmen eines von der Stadt Erfurt geförderten Projekts den Fußgängertunnel zwischen Meyfahrtstraße und Iderhoffstraße gemeinsam zu verschönern. Am 14. August, vor der Veranstaltung, haben wir zuviert die meisten dunklen Bereiche mit hellen, freundlichen Farben übersprüht, alte Plakate entfernt und Klebereste von den Wänden geschrubbt.
Am Samstag, den 15. August traf sich hier ab Mittag jung und alt, mit und ohne grafischen Hintergrund und alle ließen ihre Interpretation von Verschönerung in Form von phantasievollen Zeichnungen, Sprüchen oder Wünschen für die Zukunft auf die Wand fließen. Der Verein stellte dafür allerlei Farben, Stifte, Bastelmaterial und Tische zur Verfügung. Ich war mit dabei und habe auch ein paar Zeichnungen an die Wand gebracht. Im Fußgängertunnel waren die Temperaturen ganz angenehm, draußen hingegen war die Hitze brutal.
Zum Glück war der Weg zu gekühlten Getränken kurz und am Abend gab es dazu noch Live-Musik mit Musikerinnen und Musikern aus den eigenen Reihen, die den Tunnel in wechselnder Besetzung jammend mit Riffs, Beats und Gesang fluteten.
Diese Kunstaktion war für die Beteiligten eine schöne Erfahrung und die Chance, etwas neues auszuprobieren und jedem, der durch den Tunnel geht, durch das eigene Wirken ein paar positive Vibes mitgeben zu können. Manche Anwohner und Passanten kamen nach einer Weile sogar zurück und nahmen interessiert selbst die Sprühdose oder den Stift in die Hand. Das war prima!
Natürlich ist »Verschönerung« ein dehnbarer Begriff und Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Am nächsten Tag waren die Tische weg, der Boden gekehrt, die Wände, Lampen und Spinnenweben sind wieder allein und sprechen für sich. Die meisten Menschen, die künftig von der Meyfahrtstraße zur Iderhoffstraße oder umgekehrt diesen Tunnel nutzen und weder bei dieser Aktion dabei waren noch davon wussten, werden den Unterschied kaum bemerken: Es ist immernoch ein spärlich beleuchteter Fußgängertunnel mit bunten Wänden. Die Schönheit liegt aber im Detail. Und wir haben an dem Tag eine ganze Menge schöner Details geschaffen.
Danach habe ich mir die Mühe gemacht, zumindest die zwei Tunnelwände möglichst detailgetreu abzufotografieren und jeweils als große Panorama-Collage digital zusammenzufügen. Die folgenden beiden Bilder öffnen ein Zoom-Tool, das sich wie Google Maps bedienen lässt, um jedes Detail der ca. 40 Meter langen Wände zu betrachten
Mir hat die Aktion sehr gefallen und freu mich, ein paar Zeichnungen dazu beigetragen zu haben. Ich bin gespannt, wie lange sie dort »überleben«.