Mitgezeichnet beim Erfurter Urbansketcher Treffen

Am 8. und 9. August 2026 fand das 1. Erfur­ter UrbanSket­cher Tref­fen statt. Der Erfur­ter Künst­ler und Gra­fik­de­si­gner Ole Bechert lud zusam­men mit der Erfur­ter Zei­chen­run­de Inter­es­sier­te ein, im urba­nen Raum Erfurts schö­ne Plät­ze auf­zu­su­chen und dort zu zeich­nen, was sie dort vor­fin­den. Ins­ge­samt waren wir 33 Leu­te, die meis­ten von Erfurt, Wei­mar, Jena, aber auch ein paar mit wei­te­rer Anrei­se lie­ßen es sich nicht neh­men, ihr Hob­by hier aus­zu­pro­bie­ren. Im Café Ka:Te war am Sams­tag gegen 10 Treff­punkt mit Begrü­ßung, Vor­stel­lungs­run­de und jeder bekam da unter ande­rem ein Klemm­brett mit ein paar hoch­wer­ti­gen Zei­chen­blät­tern sowie einen schi­cken Aus­weis der wäh­rend für die Ver­an­stal­tungs­zeit die Nut­zung der Öffis ermög­lich­te. Sehr freund­lich von den Erfur­ter Stadtwerken!

Dann erfolg­te die Auf­tei­lung in drei Grup­pen, wel­che fort­an mit je einem orts­kun­di­gen Gui­de und einer Künst­le­rin bzw. einem Künst­ler ver­schie­de­ne Rou­ten durch die Stadt nah­men. Danach ging es für unse­re Grup­pe zum Anger, da mach­ten wir unse­re ers­ten Zeich­nun­gen. In mei­ner Bauch­ta­sche hat­te ich einen Blei­stift, ein paar Bunt­stif­te und Acryl­mar­ker. Das ist dabei herausgekommen:

Ich saß auf einer Bank mit Blick zum Hugendubel-Buchladen (oben links), links von mir die Kika-Figuren aus der Sen­dung mit der Maus, wel­che stän­dig von Kin­dern bela­gert und beklet­tert wur­den, vor mir ein Baum, rechts ein Mast mit Kame­ras. Natür­lich durf­te die WMF-Uhr mit dem Westminster-Gong nicht feh­len. Da waren wir so zwei Stun­den. Ich nutz­te die Gele­gen­heit, für die nächs­ten Stun­den zuhau­se die Aus­wahl an Stif­ten zu ver­än­dern und Pro­vi­ant zu kaufen.

Dann ging es mit der Tram zum Ilvers­ge­ho­ve­ner Platz. Dort ver­such­te ich mich am AJZ. Her­aus­for­dern­de Dach­for­men, vie­le Details, eine leicht gebo­ge­ne Straße:

Danach lie­fen wir ein paar hun­dert Meter wei­ter Rich­tung Malz­werk und Alten Nord­häu­ser Bahn­hof. Dort gibt es viel zu sehen und zu zeichnen.

Hier schaff­ten es noch eine kor­ri­gie­ren­de Perspektiven-Studien-Skizze des Malz­werks sowie ein Grafitti-Detail aufs Blatt, bevor ich mich — den Blick nach links wen­dend — die Häu­ser­front der Stra­ße »Am Malz­werk« zu zeich­nen ver­such­te. Da sind vie­le ver­schie­de­ne Fens­ter und bun­te Fas­sa­den. Und was mir erst durch das Zeich­nen und das genaue Hin­se­hen auf­fiel: Es scheint, als wären alle Schlo­te der Stra­ße nur auf einem Haus vereint. 
 
Die letz­te Sta­ti­on des ers­ten Tages war das Café Cla­ra Grün gegen­über der Per­ga­men­ter­kir­che. Das Café ist im lin­ken Gebäu­de, rechts ist ein Fri­seur drin. Mit Kaf­fee­spe­zia­li­tä­ten und Kuchen saßen wir auf der Wie­se und zeich­ne­ten die­se bei­den uralten Häuser. 

Am 9. August, dem zwei­ten Tag, tra­fen wir uns hin­ter der Krä­mer­brü­cke bei der Bank mit dem Sand­männ­chen. Die Grup­pen­zu­ord­nung behiel­ten wir bei und lie­fen nach bestä­tig­ter Voll­zäh­lig­keit in die Aller­hei­li­gen­stra­ße, eine Stra­ßen­flucht mit Engels­burg und Ägi­di­en­kir­che. Dort ent­stand auch das rech­te Foto in der Col­la­ge ganz oben. Und natür­lich die obe­re Zeich­nung auf dem nächs­ten Blatt.

Die grö­ße­re und damit auf­wän­di­ge­re Zeich­nung ent­stand beim nächs­ten Halt auf dem Platz vor dem Thea­ter Waid­spei­cher. Die­ses beein­dru­cken­de Gebäu­de hat­te ich im Rücken, ande­re zeich­ne­ten es. Ich blick­te dabei auf ein für mich inter­es­san­te­res Ensem­ble von Wohn­ge­bäu­den. Beson­ders gefiel mir die klei­ne wei­ße rück­wär­ti­ge Fas­sa­de mit zwei Fens­tern über­ein­an­der, dafür aber fünf Briefkästen.

Nach einer Pau­se mit Eis von Gold­helm gab es noch ein spe­zi­el­les Tref­fen mit dem Inha­ber des Ladens »Erfur­ter Blau« auf der Krä­mer­brü­cke. Dort gibt es hand­ge­mach­te Pig­men­te in ver­schie­de­ner Art aus­zu­pro­bie­ren und mit ein paar Mark weni­ger als sonst zu kaufen. 

Die letz­te Sta­ti­on zum Zeich­nen war wie­der in der Nähe der Krä­mer­brü­cke, der Weg ent­lang der Gera heißt tref­fend »Dämm­chen«. Dort gibt es eine Fuß­gän­ger­brü­cke und ein beein­dru­cken­des am Was­ser gele­ge­nen Fach­werk­haus, das waren mal zwei, mit Gar­ten und Steg. Ich habe nur das Haus gezeich­net und ver­lor mich dabei im Gebälk. Hier zeich­ne­te ich mit Aqua­rell­stif­ten und Was­ser­pin­sel statt Mar­kern. Ich fin­de es schön, wie zart die Far­ben dann mit etwas Was­ser werden.

Zum Ende hin hat­te ich etwas Zeit­druck, denn für 18 Uhr war eine Popup-Ausstellung auf dem Weni­ge­markt mit allen Teil­neh­men­den ange­dacht. Popup im Sin­ne von Sei­len um Later­nen zie­hen und dazwi­schen alle Bil­der mit Klam­mern auf­hän­gen. Das war eine schö­ne Akti­on. Es ist sehr beein­dru­ckend, wie­vie­le Bil­der in die­sen zwei Tagen ent­stan­den sind. 

Es war eine schö­ne Erfah­rung, an einem Ort zu ver­wei­len und des­sen For­men mit zeich­ne­ri­schem Blick zu betrach­ten. Einen hand­li­che­ren Stuhl für unter­wegs habe ich nun bestellt. Im nächs­ten Jahr bin ich gern wie­der dabei.